Fluktuation bei TableTop Projekten, oder „3…2…1…DEINS“!

Heute widme ich mich mal einem „leidigen“ Thema, mit dem so mancher von euch sicherlich bereits konfrontiert wurde. Diesmal dreht es sich um die „TableTop-Projekte-Fluktuation“

Worum geht es?

Der Begriff Fluktuation (von lat. fluctuare, „hin und her schwanken“) bezeichnet eine (kurzzeitige oder andauernde) Veränderung (Schwankung, Wechsel) von Gegebenheiten und Zuständen. Je nach Bedeutungszusammenhang und Fachgebiet kann Fluktuation unterschiedliche Sachverhalte wiedergeben und diese anderweitig darstellen.
Quelle: Wikipedia

Ich bin selber ein sogenanntes „Fluktuationsopfer“ im TableTop Bereich. Das erfahren zum „Leidwesen“ meistens meine Spielergruppe und Freunde. Je nach Ausmaß, kann dies sogar zum „Running Gag“ in der Gruppe werden.

Die Fluktuationsformen

Welche Arten von Fluktuationsformen sind mir bisher bekannt?

Da gibt es zum einen den „kurzlebigen Enthusiast“, der Projekte euphorisch angeht, sich eventuell noch einen Vorgehensplan macht und sich dann kopfüber hineinstürzt, jedoch nach kurzer Zeit nicht mehr so von seiner Projektidee überzeugt ist und alles wieder abstößt.

Des Weiteren haben wir „Isolierten“, welche mangels fehlender Mit-/Gegenspieler die Projekte beschließt einzustampfen.

Auch bekannt sind die „begrenzt Budgetierten“, welche sich gerne weiter austoben wollen würden im TableTop Bereich, deren Goldkammern dies allerdings nicht zulassen und sie deshalb weniger beachtete Projekte abstoßen, um in beliebtere oder neuere Projekte weiter zu investieren.

Ein Klassiker ist der „Wir haben doch keine Zeit!“ Typus, der einfach zu wenig Zeit hat viele Systeme zu horten und somit seine wenigen Systeme wechselt, wie die Unterhosen, um ausreichend Mitspieler im Bekanntenkreis zu haben. Hängt auch damit zusammen welches System im Bekanntenkreis gerade hoch im Kurs steht.

Allen bekannt ist der „Messi“ – nein, nicht der von Barcelona – derjenige der viele Projekte sein eigen nennt und nur seinen Wohnort wechselt um mehr Quadratmeter anzumieten, damit er/sie ganzen OVP Armeeboxen etc. unterbringen kann. Dieser Typus schwankt halt nur in der Reihenfolge der zu beschaffenden Systeme. 😉

Zum Schluss haben wir da noch die „treuen Umsichtigen“, welche sich halt gut überlegen, ob und inwiefern sie neue Projekte beginnen und sich bewusst sind, dass sie daran festhalten werden, egal was da komme.

Selbstdiagnose

Schaue ich mir so die genannten Formen an, würde ich mich wohl zu der Gruppe der „begrenzt Budgetierten“ zählen. Es gibt viele schöne und tolle TableTop Projekte, allerdings ist am Ende des Geldes immer noch so viel Monat (Ja, ich geb nen Euro ins Phrasenschwein *Oink*)

Ursachenforschung – Budget

Pah! Ich als selbstdiagnostizierter „begrenzt Budgetierter“ kenne natürlich die Ursache: Mangelnder Reichtum *lol*.

Ne, Spaß beiseite. Bei dieser Fluktuationsform gibt es vielerlei Gründe für die Budgetknappheit: Unter anderem könnten andere teure Hobbies, Frau(en), Kiddies, Schulden?, Ausbildung, Schule,… usw. die Gründe dafür sein, dass man nicht alles an Kohle ins TableTop stecken kann.

Meiner Einer hat sich als stolzer dreifacher Vater nun auf 5 Projekte beschränkt: Freebooter’s Fate, X-Wing, Age of Sigmar, Infinity und The Walking Dead – All Out War.

Ursachenforschung – Nebenkosten

Es sind zwar „nur“ noch 5 Systeme, dennoch weisen fast alle – neben den Miniaturen – noch offensichtliche Nebenkosten auf:

Gelände: Freebooter’s Fate und Infinity sind wohl meine geländelastigsten TableTops. Da bin ich zum Glück mit durch, jedoch produzieren die Hersteller immer bessere und schönere und teilweise sogar auch günstigere Geländeteile, so dass man in Versuchung kommt, Teile seiner Geländesammlung zu verkaufen, um diesen Erlös in eben neue Bausätze zu investieren. Ziel ist es ja EINEN Spieltisch gut füllen zu können und nicht 10. Nach DEM Prinzip könnte ich ja auch einfach drauf los kaufen *lol*

Marker und Token: Gerade X-Wing bietet hier Unmengen an Investitionsmöglichkeiten. Seien es neue Acryl-Schablonen, -token, Laserpointer, Aufbewahrungsboxen,… usw. Aber auch bei anderen Systemen kann man sich im Spiel mit Markern eine bessere Übersicht verschaffen, obwohl keine benötigt werden.

Transportmöglichkeiten: Feldherr mit Schaumstoff, oder magnetisieren? Leere Eisbox oder einfach in die Supermarkttüte schmeißen? Wie bekomme ich meine Minis und das benötigte Zusatzmaterial heile zum Spieletreff? Auch hier entwickelt sich der Markt und bietet immer bessere Transportmöglichkeiten. Mit wachsenden Armeen, muss man auch hier ggfls. aufrüsten.

Es wird noch mehr Nebenkosten geben. Je mehr Systeme man sein Eigen nennt, desto höher können die Nebenkosten anfallen.

Aber auch ohne den Drang nach dem perfektem Gelände, oder personalisiertem Zubehör oder der komfortabelsten Transportmöglichkeit, sind 5 zu pflegende Systeme immer noch Budgetfresser.

Ursachenforschung – bessere Alternativsysteme / Neuerscheinungen

Oh ja geil, Bei X-Wing kommt Welle 10 heraus… ich brauche 3 Schiffe… BOOM 60€ weg!

So wird es in fast jedem System aussehen. Die Hersteller wollen ihre Kunden bei der Stange halten und hauen natürlich Neuheiten heraus und bieten geniales Zubehör wie Schablonen oder ideales Gelände.

Gerade im kompetitiven Bereich, wie der X-Wing Turnierszene, sind Releases quasi Pflichtprogramm in den monatlichen Ausgaben.

Therapie

Fallbeispiel Zombicide

Mein aktuellstes Beispiel des „begrenzten Budgets“ sieht man im Bereich der Zombieapokalypse.

Ich bin begeisterter Spieler von dem Brettspiel Zombicide und habe das Grundspiel, die Survivorbox 1 und Toxic City Mall mein Eigen genannt.

Nun habe ich dank Mantic Games mit The Walking Dead – All Out War zwei Systeme mit dem Thema Zombies in meinen Regalen.

Was nun?

Klar, ich könnte alles behalten und Zombicide für gelegentliche Abende aus der Mottenkiste holen („Messi“), oder aber Zombicide abstoßen und mich voll auf Walking Dead konzentrieren, denn die nächsten Releases sind leider immer noch mit Kosten verbunden. *Damned*

Auch wenn mir der Entschluss schwer gefallen ist, so habe ich mich entschlossen Zombicide abzutreten und den Erlös in The Walking Dead zu stecken. Aber warum?

Zombicide habe ich seit über 1 Jahr nicht mehr gespielt. Zum einen, weil wir in meiner Spielergruppe viele Systeme vertreten haben, die auch gepflegt werden müssen/wollen und da Zombicide am Ende der Kette stand und weil wir zuletzt Zombicide Black Plague gespielt und es für „besser“ empfunden haben. So ist die Aussicht auf regelmäßigere Zombicide Partien erheblich geschrumpft.

Ähnliches hatte ich beim System SAGA. Ja, wir haben noch eine Kampagne laufen, allerdings war es DAS System, was ich am ehesten abstoßen konnte und DEN erhofften Spielspaß hatte ich dann am Ende doch nicht mehr. Boom, weg! (Schöne Grüße nach Hamburg!*wink*)

3…2…1…Deins!

Aber nun genug von mir! Mich würde eure Meinung zum Thema interessieren. Habt ihr noch weitere Fluktuationsformen, die ich nicht aufgelistet habe? Wie schaut es bei euch und in eurer Spielergruppe aus? Teilt ihr euch eventuell auch Systeme oder sprecht euch ab, damit sich nicht jeder damit eindecken muss? Oder findet ihr den Artikel einfach nur…. Müll?!

Postet es hier drunter! Ich freue mich auch über angeregte Diskussionen.

 

 

SicRat

Gründer / Admin von www.tablepott.de und des Blogs. Redakteur und Hobbyist. Systeme: | Freebooters Fate Mannschaften: Bruderschaft, OLHG | X-Wing 2.0: Rebellen, Imperium | Dreadball: Draconis All-Stars, Ninth Moon Tree Sharks | WH40k: Death Guard | The Walking Dead: All Out War | STAR WARS Legion: Imperium, Rebellen

6 Gedanken zu „Fluktuation bei TableTop Projekten, oder „3…2…1…DEINS“!

  • 8. März 2017 um 22:03
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    wat? Da haben wir doch en masse X-Wing Spieler hier… Mach mal die Äuglein auf 😉

  • 8. März 2017 um 18:33
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    Ich passe zu gar keinem. Mit 15 oder so habe ich auf der Leipzige Buchmesse ein Warzone Katalog in die Hand bekommen. Warum weiss ich nicht. Dadurch hatte ich zum ersten mal Kontakt zu Püppis. Die Suche danach gestaltete sich sehr schwierig. Internet? Das war damals noch dieses piepsende kleine Kistchen mit Ladezeiten im Minutenbereich. Es gab nur einen Store der eine Starterbox hatte, allerdings zerfleddert und keiner konnte sagen ob Vollständig oder nicht. Also habe ich sie dort gelassen und aufgegeben. Zufällig hat glaub 2Jahre drauf der GW in Leipzig aufgemacht. Dadurch wurde ich infiziert. Erst die Grundbox der 3ten Edition 40K und dann auf Chaos umgestiegen. Mehr als 5 mal im Jahr habe ich sicher nicht gespielt. Die Regeln sind mir immer ein graus. Jetzt habe ich 2015 mit Freebooter angefangen. Weil meine Frau und ich etwas gemeinsam machen wollten und ihr 40k zu martialisch ist. Aber auch hier haben wir vielleicht 5 Spiele bisher ausgetragen. Für mich zählt das bauen der Platte zum eigentlichen Aspekt des Hobby, dann das spielen und dann das malen der Püppis. Eigentlich bin ich also ein Bastler der sich freut mit dem gebauten auch was anfangen zu können, ausser nur ansehen. Nach 16 Jahren 40 k werde ich langsam mal alles ausser meine GK abstoßen. Dafür eben bei FF alles zulegen was geht.

  • 8. März 2017 um 17:15
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    Uch gehöre wohl zu einer Mischung aus „Enthusiast“ und „Isolierten“.
    Ich habe vor 3 Monaten mit X-Wing angefangen.
    Habe enthusiastisch erstmal wild drauf los gekauft und dann gemerkt , das mir die Mitspieler fehlen .
    Dennoch bin ich von dem Tabletop so angetan, dass ich es nicht einfach abstoßen werde.

  • 8. März 2017 um 16:36
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    Irgendwie fehlt mir der langlebige Enthusiast, vielleicht auch Sammler, der vielleicht einiges kennt, aber immer nur an ein paar wenigen wirklich hängen geblieben ist und mit Leidenschaft dabei ist ungebrochen. Eine Mischung aus dem ein oder anderem, viele Projekte angeschubst, nicht immer alle zu Ende bekommen, aber wenn er sich für ein System entschieden hat, sehr treu, vielleicht manchmal dann auch zu treu. 🙂

  • 8. März 2017 um 15:42
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    Ist halt auch lustig zu beobachten, wie die verschiedenen Typen aufeinander reagieren… Sieht man ja gut in unserem Kreise 🙂

  • 8. März 2017 um 15:37
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    Ich sehe mich eigentlich eher als den Umsichtigen, ich überlege oft lange ob ich ein System beginne und bin dann auch derjenige der eher nur eine Fraktion spielt als viele. Ich kaufe mir meist nur das, was ich auch wirklich haben will. Daraus resultiert, dass ich nichts verkaufe. Selten gespielte Systeme kommen ins Regal und werden ab und an wieder gespielt.
    Schöner Artikel!

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